Farben, Formen, Freude. Budapest 

1902 wurde im ungarischen Parlament eine hitzige Debatte geführt. Für einmal ging es nicht um Politik, sondern um die Baukunst. In welchen Formen sollten die zukünftigen Staatsgebäude errichtet werden? Welches sollte der Stil werden, den Budapest als Hauptstadt in die Moderne begleiten sollte? Das neogotische Parlament wurde 1896 ganz im Stile des Historismus festlich eingeweiht. Man wollte hier das tausendjährige Bestehen der Nation und die neu gewonnene Unabhängigkeit in der k.u.k. Monarchie in Stein verewigen. Der neogotische Stil des Parlaments war die passende Sprache für das politische Establishment, welches kein Gehör für neue künstlerische Tendenzen hatte. Ein junger Architekt,  Ödön Lechner und der Kreis "der Jungen", waren ganz anderer Meinung. Das Paraphrasieren des englischen Parlamentes sei der falsche Weg. In der Betonung und des Zusammenspiels des regionalen Handwerkes suchte man nach neuen Formen und einer Ästhetik, die Budapest ein modernes Gesicht verleihen konnten.  

Die vielen Stränge, die um 1900 zu einem aufkeimenden Nationalstolz in Ungarn geführt haben, die Umbrüche der Industrialisierung und dem damit verbundenen Wachstum der Stadt sowie Zweifel an den bestehenden Herrschaftssystemen machten diese Zeit zu einer unvergleichlich spannenden Zeit der Neuerungen.  

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