"El tiempo también pinta"
auch die Zeit malt mit, Goya

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Goya,1788, La Pradera de san Isidro, Prado

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1788 malt der junge Goya eine heitere Szene am Fluss Manzanares am San Isidro Tag. Im Hintergrund ist das sonnige Madrid. Im gleichen Jahr wurde er der Hofmaler des Karl IV. Das zweite, düstere Bild ist auch ein Bild der Pilgerfahrt am Tag des Heiligen. Diesmal aber: Eine Pilgerfahrt des Schreckens. 40 Jahre des Leben eines Künstlers und eines Landes sind dazwischen vorbeigezogen. Die Zeit verändert die Welt. Die Zeit verändert den Künstler. Die Zeit malt mit. 

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Goya 1819-1823: La Romeria de San Isidro (von der Serie la pinturas negras, Prado)

 

Die Zeit des 18. Jh. ist die Zeit der grossen Umbrüchen. Das Jahrhundert der Aufklärung endet mit einer Revolution und mit dem Aufstieg von Napoleon Bonaparte, der, bis zum Kongress von Wien, das politische Gesicht Europas veränderte.  Das spanische Jahrhundert begann mit einem Umbruch schon in 1701. In der spanischen Hauptstadt stirbt Karl II., letzter Monarch aus dem Haus der spanischen Habsburger, ohne legitimen Erben. Der französische König, Luis XIV akzeptiert das Testament und sein Enkel wird schon einen Monat später in Madrid als Philipp V. (Felipe V. 1700-1746) zum König von Spanien gekrönt. Seit dann herrschen die Bourbonen über Madrid. Es sind keine schöne Gesichter und keine glänzende Persönlichkeiten, die Goya - seit 1786 der Hofmaler - porträtiert. Nachdem Karl 1788 König geworden war, beschäftigte er sich fast ausschließlich mit der Jagd. Die Amtsgeschäfte überliess er seiner Frau und damit auch Manuel de Godoy, den der König trotz dessen Beziehung zu seiner Frau sehr schätzte.


















1807 begann der napoleonische Krieg auf der iberischen Halbinsel. Bilder und Grafiken Goyas dokumentieren die die Gräueltaten des Napoleonischen Krieges dokumentieren. Schonungslos sind auch seine Bilder der spanischen Gesellschaft: den Adeligen, den Armen, den Kranken und der Kirche.

(Das berühmte Bild Goyas "La Maja Desnuda" befand sich im Besitzt vom Premierminister Godoy, als es im 1808 von der Inquisition entdeckt wurde. 1808-1812 musste sich Goya vor der Inquisition verteidigen).













Auch die Zeit der persönlichen Dramas der Künstler malte mit. Im Herbst 1792 wurde er schwerkrank und taub. In dieser wohl tiefsten Krise seines Lebens, zeitgleich mit den Exzessen der Französischen Revolution, verfinstert sich Goyas Gemüt. Durch die Taubheit abgeschieden von der Aussenwelt verfinstert sich fortan auch seine Kunst. Goya porträtiert zwar weiterhin Mächtige und malt Heilige, nimmt sich nun aber in seinen privaten Werken menschliche Abgründe vor. Seine Bilder werden pessimistisch, dunkel und grüblerisch. Die Zeit malt mit. Von hellen Bildern eines sorgenloses Leben von Majas und Majos verändert die Zeit seine Palette ins Pinturas Negras, die er in seinem Haus, ausser Madrid und weit von den adeligen Residenzen, wo seine Portraits immer noch hängen, auf eigenen Wänden gemalt sind.













Die Zeit heilt auch. Kurz vor seinem Tod kehrte die Farbigkeit zurück. Das Milchmädchen (La lechera de Burdeos), in 1827 entstandenes und letztes Bild Goyas lächelt uns heute in Prado an.







 





 

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Viejos comiendo sopa, 1819-1823, Museo del Prado

La gallina ciega, 1789, Museo del Prado

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unterwegs mit Goya: Zur Kunst und durch die Geschichte Spaniens.

Saragosa: das Barocke
Aragon

25 Jahre jung, zurückkehrend von der Italienreise malt Goya die Fresken in Basílica del Pilar de Zaragoza. Was er in Italien gesehen hat kennen wir von seinem Notizbuch aber auch an seinem Malstil.  Bald bricht er nach Madrid auf.

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Aragon und die maurische Tradition

Es handelt sich hierbei um eine typisch maurische Bauweise islamischer Tradition im Dienste der christlichen Architektur, die sich durch ihre dekorativen Elemente an den reichverzierten Mauern und Decken von grosser Plastizität und außergewöhnlicher Schönheit auszeichnen. Nächtigen in Catalayud

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Königliche Wandteppich-manufaktur

Die im 18. Jahrhundert von Philipp V. gegründete Königliche Teppichmanufaktur birgt eine umfangreiche Sammlung von Gobelins, Teppichen und Vorlagen aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Hier arbeitete Goya zwischen 1775-1780 auf seinem Weg zum spanischen Hofe. 

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Plaza Major 
Madrid

Durch Madrid flanieren heisst die Ecken besuchen wo Goya seine Majas und Majos (Mädchen und junge Männer aus dem einfachen Volk) begegnete. Viele seine Kartonen, mit dem einfachen Leben des einfachen Volkes wurden als die Wandteppiche für die adelige Residenzen produziert (heute in Prado besichtigt)    

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Tapas inSobrino de Botin

Das älteste Restaurant in Madrid und der Welt (1725). Hier arbeitete Goya als Kellner und über das Restaurant berichtete Hemingway. Der Spanferkelbraten ist ein von den Spezialitäten des Hauses. Allerdings immer mit Tapas beginnen und vielleicht einen roten Vino de la Tierra, beispielsweise VdlT Bajo Aragón, begleiten.     

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Fondación 
Ibercaja Saragosa

In diesem Renesance Gebäude, mit einem schönen Innenhof sind Die vier Serien vollständiger Stiche des aragonischen Künstlers zu sehen. .

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Castilla y Leon 
& die christliche Tradition Spaniens

Nach Catalayud auf unseren Weg   nach Madrid, liegt das Städtchen Burgo de Osama, mit einer der besterhaltenen gotischen Kathedralen Spaniens. In der Nähe wurde Domenico Guzmàn geboren und hier heilig gesprochen. 

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Prado Museum

Das Museum beherbergt die grösste Sammlung von Goya, Velasquez und anderen spanischen, italienischen und flämischen 

Meistern. Hier muss man sich Zeit nehmen und die Muse finden. Das Herz und die Seele der Sammlung sind die Kunstwerke den spanischen Habsburgs (1516-1700) und hier lernt man sie am einfachsten kennen     

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Palacio
Liria

Jeder kennt das Goya Bildnis der Herzogin von Alba, in ihren opulenten weissen (1795) und Trauerenden schwarzen Kleid (1797). Palacio Liria ist die Madrider Residenz von den Herzogen von Alba    

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Palacio
Real 

Nicht nur die imposante Kuppel ist ein Grund diese Kirche zu besichtigen. Als junger akademischer Maler schuf hier Goya ein grossartiges Altarbild mit Hl. Bernhard von Siena, an Alfonso V.  predigend. Goya ist schon seines Erfolges bewusst. Am Rand des Bildes schaut es aus der Menschenmenge hinaus.     

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