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Sie haben einen schönen Blumenstrauss Breughels gefunden. Lesen Sie hierunter eine kleine Geschichte dazu.

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Abb. 1   Jan Breugel der Ä.: Vase Blumen mit Schmuck, Münzen und Muscheln, 1608

Dieses Blumenarrangement geht zurück auf die Hand des grossen flämischen Malers Jan Breughel des Älteren. Breughel reiste, wie es von vielen Künstlern gepflegt wurde, nach Italien. In Rom lernte er seinen Mäzen, den Kardinal Federico Borromeo, kennen. Daraufhin wohnte der Künstler von 1595 bis 1596 in Borromeos Kardinalsresidenz in Mailand. Von diesem Zeitraum an ist ihre Freundschaft in einem intensiven Briefwechsel festgehalten. Diese rege Korrespondenz zwischen dem Künstler und dem Kardinal, der sich seinerseits als ein wichtiger Sammler auszeichnete und sich als Autor (De pictura sacra) selbst mit der Bedeutung von Malerei stark auseinandersetzte, ist heute eine kunsthistorische Schatztruhe. Darin erfahren wir unter anderem, wie stark sich Breughel in seinen Werken an der Natur orientierte (Signiore, la natura, dalla quale io imparo ogni di – Mein Herr, es ist die Natur, von der ich jeden Tag lerne). Gleichwohl erfahren seine Blumen-Stillleben eine gewisse Idealisierung, gerade in ihrer meisterlichen Nachahmung der Natur. Die Blumen in seinen Stillleben malte er erst dann, wenn sie in voller Blüte waren. In seinen Bildern vereinen sich deshalb verschiedene Jahreszeiten gleichzeitig.

Als der Kardinal 1608 Breughels „Stillleben mit Blumen“ bekam, erhielt er auch einen begleitenden Brief, in dem Breughel mutig fragt, ob die Blumen nicht kostbarer als Gold und Juwelen seien. Die Anspielung auf den Wert des Bildes hat der Kardinal wohl als verschlüsselte Botschaft verstanden. Er liess das Juwel in der unteren linken Ecke des Bildes (Abb. 1 und Abb. 2) von Experten schätzen und bezahlte Breughel für sein Gemälde die entsprechende Geldsumme. Das Bild hängt heute in der Pinacoteca Ambrosiana in Mailand.

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Abb. 2  Vase Blumen mit Schmuck, Münzen und Muscheln (Detail)