Ein spaziergang durch budapest

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Budapest zählt zweifellos zu den schönsten Hauptstädten Europas. Mit einer hübschen Altstadt, verwinkelten Gassen und schönen Jugendstil-Fassaden lädt sie immer zu einem Stadtspaziergang ein. An diesem Sonntag scheint die Donau besonders langsam zu fliessen. Mit neun Brücken überspannt, macht sie zwischen dem historischen Burgviertel und Pest, dem quirligen Geschäftszentrum, einen kaum bemerkbaren Bogen. Meinen Gang beginne ich auf der Freiheitsbrücke, die zu prächtigen Jugendstil-Fassaden auf der Fővám tér 4-2 führt. Der Budapester Jugendstil badet im goldigen Licht der Morgensonne. Vis à vis erhebt sich die Grosse Markthalle. Das basilikaartige Gebäude mit einem Langhaus und zwei Querschiffen basiert auf einer Stahlkonstruktion, die an der Fassade mit bunten, glasierten Ziegeln der Porzellanmanufaktur Zsolnay eingekleidet ist. Früher führte ein Kanal von der Donau hierher, um die Anlieferung von Waren zu vereinfachen. Kistenweise stapeln sich auch heute frisches Obst und Gemüse in den Gängen des Erdgeschosses der grossen Halle. Daneben findet man Stände mit Gewürzen, Delikatessen, Salami und Kolbász (Wurst). Zum Frühstück entscheide ich mich für den traditionell ungarischen Fladen aus Hefeteig, klassisch mit Sauerrahm. Sündig und himmlisch lecker zugleich! Ich möchte noch einiges sehen: das Jüdische Budapest (VII Bezirk) mit der Otto Wagner Synagoge, das filigrane Parlament und die Matthiaskirche auf der Budapester Burg. Hier wurden Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth als König und Königin von Ungarn gekrönt. Und so wurde am 8. Juni 1867, mit der Krönungsmusik, die Franz List für die Zeremonie geschrieben hat, aus "kaiserlich-königlich" als Bezeichnung für die Donau-Monarchie  "kaiserlich und königlich", besser bekannt als  k. u. k. Das kleine, heute kaum bemerkbare  "und" sagte die grossen politischenVeränderungen und das baldige Ende eines grossen Reiches voraus. 1918 verschwand das grosse Österreich und Ungarn wurde wieder selbständig. (Nach dem Friedensvertrag von Trianon verlor  es aber zwei Drittel seines Territoriums. Ein Trauma, das Regierungschef Viktor Orban geschickt nutzt.)

Gegen Ende des Nachmittages und nach dem Besuch des Parlamentsgebäudes interessieren mich weniger die Gegenwart und das historische k-u-k. Mich lockt das gastronomische K&K, mich zieht es zu Kaffee und Kuchen. Ich entscheide mich für das herrliche, im Jugendstil gebaute Café New Yorker. "Es gibt keine Literatur ohne Kaffee", sagte der ungarische Schriftsteller Sándor Márai. Stundenlang sass er in diesem Tempel des Kaffees, lesend und schreibend. Eine genussvolle Stunde gönne ich mir hier auch. 

 

Bildlegenden:

  1. Die Freiheitsbrücke, eine von 9 Brücken Budapests.

  2. Budapester Jugendstil: Blüten, Ornamente und Mosaike

  3. Die Grosse Markthalle, von Gustav Eiffel in den späten 1890er Jahren entworfen.

  4. Otto Wagner Synagoge, im 7. Stadtdistrikt. Viele kleine Geschäfte machen das Quartier besonders lebendig.

  5. Das Parlament, aufgenommen von der Kettenbrücke. Als Vorbild für das neoklassizistische Gebäude diente der Palace of Westminster.

  6. Die Matthiaskirche im Buda-Stadtteil. Hier fand die Krönungszeremonie von Karl I. Robert von Anjou (1309) statt. Im Bild ist auch die Reiterstatue von Stefan I., dem ersten ungarischen König.

  7. Das elegante "New Yorker" Café

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