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Tagebuch Kroatien Kreuzfahrt

  • Kojich & Felder Reisen zur Kunst
  • vor 2 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit

Heute ist der dritte Tag unserer Kreuzfahrt entlang der dalmatinischen Küste. Beim Frühstück sagte Jacqueline: „Es ist alles so wahnsinnig schön.“

Da machte es bei mir Klick. Ich verstand, was mich seit dem frühen Morgen beschäftigte. Es war nicht einfach Freude oder Bewunderung, sondern die Erfahrung einer Schönheit, die zu groß ist, um sie auf einmal zu erfassen. Man versucht, sie in sich aufzunehmen, sie festzuhalten, ihr gerecht zu werden. Doch je mehr man sie greifen will, desto mehr entzieht sie sich.Vielleicht ist das die Spannung zwischen dem Dionysischen und dem Apollinischen: zwischen dem Rausch einer Schönheit, die alle Grenzen sprengt, und dem Bedürfnis des Verstandes, ihr Form und Ordnung zu geben.

Als einen möglichen Ausweg habe ich etwas anderes versucht: den Blick auf ein Detail zu richten, einen Kader zu wählen, die Wahrnehmung zeitlich und räumlich zu begrenzen. Beim Betrachten und Filmen zunächst die Bewegung einer einzelnen Meereswelle. Dann die Insel und die kleinen Inselchen am Horizont. Schließlich den Himmel mit seinen Wolken.


Und allmählich begannen die Grenzen zu verschwimmen. Die weichen, luftigen Wolken wurden zu Inseln, die Inseln zu Wolken. Meer und Himmel verschmolzen zu einem einzigen großen Blau.

Paradoxerweise führte die Konzentration auf das Einzelne nicht zu einer stärkeren Kontrolle der Wahrnehmung, sondern zu ihrer Öffnung. Die Schönheit musste nicht mehr erfasst, erklärt oder festgehalten werden.

Für einen Augenblick genügte es, in ihr zu sein.


Der folgende kurze Film zeigt den Blick, der aus diesem Versuch entstand: von der Welle über die Inseln bis hin zu den Wolken, bis Meer und Himmel zu einem einzigen Blau verschmelzen.


 
 
 

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