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  • Kojich & Felder Reisen zur Kunst

Wie klingt die Geige eines Königs?

Der erste große Geigenbauer von Cremona war Andrea Amati. 1539 mietete er dort ein Haus mit einer Werkstatt. Seine Handwerkskunst war so hochgeschätzt, dass er auch die Königshöfe Philipps II. von Spanien und Karls IX. von Frankreich belieferte.


Karl IX, Portrait von François Clouet, 1570, Birmingham Museum of Art

Nur wenige von diesen kostbaren Instrumenten sind erhalten geblieben, darunter eine Geige, die den Namen Karls IX. trägt und heute ein Exponat in der musikalisch-historischen Schatzkammer des cremonesischen Museo di Violino ist. Hier werden die wertvollen Instrumente ausgestellt und manchmal gespielt. Wie in dieser Aufzeichnung mit Federico Guglielmo, der auf der 1570 gebauten Amati-Geige „Carlo IX“ eine Sonate von Niccolò Corradini spielt.



Al er 1577 starb, wurde die Werkstatt von seinen Söhnen Antonio (ca. 1540–1607) und Girolamo (ca. 1548–1630) übernommen. Die dritte Generation Amatis führte Niccolò (1596–1684). Der Erfolg der Werkstatt Niccolòs war enorm und bald musste er einen Lehrling einstellen – Antonio Stradivari. Antonio Stradivari führte ein langes Leben in Cremona und baute über 900 Geigen. 650 sind überliefert und haben heute einen enormen Wert. Eine der teuersten Geigen ist die „Molitor“ Stradivari aus dem Jahr 1697, welche 2010 einen stolzen Preis von 2,7 Millionen Euro erreichte. Ein Vorbesitzer dieser Geige war angeblich auch Napoleon Bonaparte. Ihren Namen bekam die „Molitor“ aber von einem General Napoleons, Graf Gabriel Jean Joseph Molitor. Die Geige befand sich im Besitz der Familie des Generals bis zum Ersten Weltkrieg. Diese Geige wurde 2010 bei einer Auktion von der amerikanischen Violinistin Anne Akiko Meyers ersteigert.


Die Provenienz der Geige ist immer spannend. Die Geigen nehmen am Leben berühmter Menschen teil, überleben die Kriege, reisen über die Ozeane und ... kehren manchmal auch nach Hause zurück. So kamen 1962 gleich zwei Prunkstücke nach Cremona zurück, die „Carlo IX“ von Antonio Amati und die etwas jüngere „Cremonese“ von Antonio Stradivari. Heute können beide im Museo di Violino bestaunt werden.


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